Grundentgelt: Eine echte Herausforderung

Es ist ein schwieriges Unterfangen, aber es bietet auch Chancen für die Beschäftigten und die Betriebe: Es geht darum, die Beschäftigten gemäß ihrer jeweiligen Arbeitsaufgabe in neue, gemeinsame Entgeltgruppen einzugruppieren. Im summarischen Arbeitsbewertungsverfahren wird die Arbeitsaufgabe (d. h. nicht der Beschäftigte!) ganzheitlich betrachtet. Es werden die Merkmale zugrunde gelegt, die erforderlich sind, um den Anforderungen dieser Arbeitsaufgabe zu entsprechen (z. B. Anlern- und Ausbildungszeiten oder Berufserfahrung). Die neue Eingruppierung muss in jedem Einzelfall korrekt erfolgen; eine einfache Gleichsetzung von Gruppe "X" (alt) gleich Gruppe "Y" (neu), also eine Regelüberführung, muss vermieden werden, damit die aus der modernen Arbeitswelt folgenden Werteverschiebungen (z. B. vom "alten" Dreher oder Fräser zum Einrichter und Bediener eines Bearbeitungszentrums) tariflich abgebildet werden können.

Die Tarifgruppen sind gestaffelt von einfachen bis zu hohen Anforderungen. Entsprechend wird das tarifliche Entgelt jeder Gruppe, das Grundentgelt, mit absoluten EURO-Beträgen festgesetzt. Aus diesen Festlegungen bildet sich die neue Entgeltlinie. Wir haben uns mit der IG Metall Bezirksleitung Frankfurt auf 11 Entgeltgruppen geeinigt. Das bedeutet für ME Saar: Aus 8 Lohngruppen für Zeit- und Prämienlohn 8 Lohngruppen für Akkordlohn, 6 Gehaltsgruppen mit bis zu 10 Stufen für Techniker und Kaufleute und 4 Gehaltsgruppen mit bis 4 Stufen für Meister (insgesamt sind das 69 Lohn- und Gehaltsgruppen bzw. -stufen) werden 11 einheitliche Entgeltgruppen, E 1 bis E 11.

Leistungsentgelt - Die Leistung des Einzelnen oder einer Gruppe

Alle Welt spricht davon: Leistung wird komplexer - wir müssen das Leistungsentgelt modernisieren. Denn leistungs- und ergebnisbezogene Tätigkeiten sind angesichts der zunehmenden Orientierung der Arbeitsaufgaben an Projekten, Kundenaufträgen und umfassenden Aufgabenstellungen vielfältiger geworden. Der Beitrag zur Wertschöpfung und die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsprozesse rücken stärker in den Mittelpunkt der Leistungsentgeltgestaltung und ergänzen die nur an Stückzahlen orientierte individuelle Leistungsbemessung oder lösen sie sogar ab. Betriebsindividuelle Beurteilungssysteme zur Bewertung von Leistungsergebnissen der Beschäftigten gewinnen an Bedeutung.

Im zukünftigen Entgeltaufbau des ERA setzt das variable Leistungsentgelt - wie bisher auch - auf dem anforderungsbezogenen Grundentgelt auf. Hinzu können noch sonstige tarifliche Zulagen und - nach Entscheidung des Arbeitgebers - sonstige betriebliche Zulagen kommen. ERA wird die notwendigen Rahmenregelungen zu den ersten drei Entgeltbestandteilen enthalten.

Während das Grundentgelt gemäß den abgeforderten Anforderungen durch die Arbeitsaufgabe in den Entgeltgruppen E 1 bis E 11 seine Grundlage findet, dreht sich beim variablen Leistungsentgelt alles um zwei Fragen:

  • Welche Formen des Leistungsentgelts sind möglich?
  • Wie wird das Leistungsergebnis erfasst oder beurteilt?

Zur ersten Frage verweist die Arbeitswissenschaft auf zwei anerkannte Entgeltgrundsätze: Es gibt ein Zeitentgelt, das sich in unserem Tarifvertrag aus dem Grundentgelt und einer Leistungszulage zusammensetzt. Die Leistungszulage wird durch Beurteilung von individueller Leistung ermittelt. Alternativ gibt es das Leistungsentgelt. Dieses setzt sich entweder aus dem Grundentgelt und einem Mehrverdienst zusammen, der sich aus einem Kennzahlenvergleich ergibt oder aus dem Grundentgelt und einer Zielerreichungszulage, die sich aus einer Zielvereinbarung ergibt. Sowohl der Mehrverdienst als auch die Zielerreichungszulage können individuell oder gruppenbezogen ermittelt werden.

Eine Rangfolge der Entgeltgrundsätze gibt es nicht. Im Rahmen der gesetzlichen Mitbestimmung des Betriebsrates bleibt es den Betrieben überlassen, denjenigen Entgeltgrundsatz auszuwählen, der die betrieblichen Belange optimal abbildet. Die Tarifvertragsparteien haben dazu nur zwei Vorgaben aufgestellt: " Bei der Auswahl der Entgeltgrundsätze soll derjenige gewählt werden, welcher der Leistungsgerechtigkeit am besten Rechnung trägt. Dabei sind die betrieblichen, technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen.