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Dienstag. 30. Oktober 2018

VSU sieht handfeste Risiken für saarländische Wirtschaft

Saarländischer Unternehmertag 2018 - Gegen Protektionismus, für Tarifautonomie -

Im Rahmen des Saarländischen Unternehmertages 2018 hat der Präsident der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände Oswald Bubel vor einer globalen Abschottung der Märkte gewarnt und die Entwicklung hin zu mehr Protektionismus kritisiert.

In seiner Rede führte Bubel dazu aus: „Mit Sorge beobachten wir, dass die Weltwirtschaft wieder Richtung Protektionismus unterwegs ist. Die USA haben den Handelskrieg mit China ausgerufen und die Auseinandersetzung mit Europa nur zwischenzeitlich auf Eis gelegt. Sogar in Europa werden die Handelsschranken wieder hochgezogen. Großbritannien verlässt im nächsten Frühjahr die Europäische Union mit noch ungeklärten Folgen für die wirtschaftlichen Beziehungen. Gleichzeitig erlässt Brüssel für den EU-Binnenmarkt ein Entsendegesetz, das die Dienstleistungsfreiheit massiv behindert. Das ist Gift für die Konjunktur und gerade für das exportorientierte Saarland eine bedrohliche Entwicklung. Die saarländische Industrie exportierte 2017 mehr als die Hälfte ihrer Produkte ins Ausland. Allein im letzten Jahr gingen saarländische Ausfuhren im Wert von insgesamt über 6,1 Milliarden Euro nach Frankreich, in das Vereinigte Königreich und die USA. Wir brauchen Weltoffenheit, statt Abschottung - daran müssen wir in Deutschland und Europa festhalten.“

Gleichzeitig gelte es, die eigenen Hausaufgaben zu machen und sich den Sachthemen zuzuwenden. „Wir haben uns in den letzten Wochen zu sehr mit parteipolitischen Querelen beschäftigt, die auf offener Bühne ausgetragen wurden. Wettbewerbsfähigkeit zu stärken ist das aktuelle Gebot, um auf eine Welt des zunehmenden Protektionismus und des technologischen Wandels vorbereitet zu sein“, sagte Oswald Bubel in seiner Rede vor rund 200 Gästen.

Bubel erinnerte in dem Zusammenhang an den Abschluss des Stinnes-Legien-Abkommen vor 100 Jahren als Fundament für belastbare Tarifvertragsbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. „Unsere Unternehmen brauchen eine verlässliche Gestaltung der Arbeitsbeziehungen. Die Tarifautonomie ist bis heute eine tragende Säule unserer Sozialen Marktwirtschaft und ein wesentlicher Standortvorteil für die Unternehmen in Deutschland“, so Bubel. Er betonte, dass die Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen zunächst einmal Sache der Tarifvertragsparteien sei. Der Staat habe sich hier rauszuhalten. Er appellierte zugleich an die Gewerkschaften, gefundene Kompromisse zu akzeptieren und nicht anschließend den Gesetzgeber zur Hilfe zu rufen oder auf dem betrieblichen Hallenboden eine zweite Konfliktrunde vom Zaun zu brechen, um Tarifergebnisse nachzubessern.

Im Rahmen des Saarländischen Unternehmertages wurde zum dritten Mal der Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft verliehen. Ausgezeichnet wurden das Gymnasium Ottweiler, die Lothar-Kahn-Schule in Rehlingen-Siersburg und die Abteischule Wadgassen (siehe hierzu weitere Pressemitteilung unter www.vsu.de).


Rückfragen bitte an:
Martin Schlechter
Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e.V. - VSU
Tel. 0681 95434-45
E-Mail: schlechtermesaar.de