ME Saar aktuell

 
Mittwoch. 10. Januar 2018

„IG Metall betreibt mutwillige Eskalation!“

ME Saar kritisiert Warnstreiks scharf

Saarbrücken. Der Verband der Metall- und Elektroindustrie kritisiert die massiven Warnstreiks in den Betrieben der saarländischen Metall- und Elektroindustrie scharf und wirft der IG Metall eine Eskalationsstrategie vor, um von eigenen Fehlern abzulenken.

Dazu Hauptgeschäftsführer Joachim Malter: „Die Lösung finden wir nicht auf der Straße, sondern nur am Verhandlungstisch. Deshalb haben wir bereits im Dezember in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot unterbreitet. Damit hat sich die IG Metall bislang inhaltlich nicht auseinandergesetzt. Das betrifft das Geld und die Frage der Teilzeit.“

Malter machte deutlich, dass es nicht nur eine Arbeitszeitflexibilität nach unten geben darf, wie von der IG Metall gefordert. „Das kann keine Einbahnstraße werden. Die Betriebe müssen auch die Möglichkeit erhalten, die entstehenden Lücken durch eine freiwillige Ausweitung der Arbeitszeit an anderer Stelle zu schließen. Das gilt erst recht, weil selbst die IG Metall in ihrer eigenen Umfrage festgestellt hat, dass viele Mitarbeiter auch länger arbeiten möchten“, so Malter.
Sowohl beim Thema Entgelterhöhung, als auch beim Thema Arbeitszeitflexibilisierung sieht Malter Möglichkeiten zur Lösung. Die werde allerdings dadurch erschwert, dass die IG Metall nach wie vor einen Lohnausgleich für Beschäftigte verlangt, die ihre Arbeitszeit zukünftig von 35 auf 28 Stunden reduzieren.

Malter: „Wir halten das für ungerecht und rechtswidrig. Die „neuen Teilzeiter“ verdienen dann mehr, als unsere bisherigen Teilzeitkräfte. Dieses Problem hat die IG Metall schlicht übersehen. Jede Lösung mit einem Lohnausgleich wird dazu führen, dass Teilzeiter oberhalb 28 Stunden einen höheren Stundenlohn hätten als Vollzeiter. Diese wären immer diskriminiert. Deshalb gilt: Rechtswidrige Forderungen werden wir nicht in Tarifverträge umsetzen. Dieses Problem kann die IG Metall auch nicht einfach wegstreiken“.

Am 18. Januar wird für die 400.000 Beschäftigten im Tarifbezirk M+E MITTE, zu dem Saarland auch Hessen und Rheinland-Pfalz gehören, wieder in Saarbrücken verhandelt.

Rückfragen bitte an:
Martin Schlechter
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. (ME Saar)
Tel.: 0681  9 54 34-45
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