ME Saar aktuell

 
Dienstag. 16. Mai 2017

„Mehr Wirtschaft wagen!“

Oswald Bubel sieht Herausforderungen für Industriestandort Saarland

Oswald Bubel - Foto: fotolutz.com

Saarbrücken. Im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. (ME Saar) am 16.05.2017 zeichnete der wiedergewählte Verbandspräsident Oswald Bubel ein differenziertes Bild von der konjunkturellen Lage der saarländischen Metall- und Elektroindustrie und forderte zugleich die Saarländische Landesregierung dazu auf, mehr Wirtschaft zu wagen.

Die wirtschaftliche Situation in Deutschland sei gut, doch die Konjunktur sei zum großen Teil auf einen guten Konsum zurückzuführen. „Nach wie vor bremst eine verhaltene Nachfrage nach Investitionsgütern die Entwicklung der deutschen Industrie. In der saarländischen Metall- und Elektroindustrie bekommen wir das besonders stark zu spüren, hier ist der Umsatz im vergangenen Jahr um über vier Prozent auf 19,4 Milliarden Euro zurückgegangen“, sagte Oswald Bubel vor rund 200 Gästen.

Hinzu kämen neue Herausforderungen für die saarländische Industrie: Gerade die Einführung der Elektromobilität aber auch die Industrie 4.0, also neue Fertigungsstrukturen durch die Digitalisierung seien große Aufgaben für die Fertigungsstandorte der Mitgliedsunternehmen an der Saar.
Der Landesregierung bot Bubel an, gemeinsam an guten Rahmenbedingungen zu arbeiten, um als Standort für die Produktion von morgen punkten zu können. Im neuen Koalitionsvertrag seien wichtige Themen angesprochen, allerdings ginge der Koalitionsvertrag mit Aussagen wie „es muss auch mal Feierabend sein“, der Forderung nach mehr „Guter Arbeit“ und einer Ausweitung der Mitbestimmung an den wirklichen Problemen vorbei. „Diese Gewerkschaftsdiktion spiegelt nicht die Wirklichkeit in unseren Unternehmen wider. Und viel schlimmer noch: dass die Mitbestimmung hier besonders ausgeprägt ist, wird nicht als Wettbewerbsvorteil empfunden werden, auch nicht in den Konzernzentralen in Stuttgart, Köln oder Friedrichshafen. Wir brauchen ein positives Bild vom Saarland als wirtschaftsfreundlicher Investitionsstandort. Wir brauchen kein „Mehr“ an Regulierung. Im Gegenteil, wir müssen mehr Wirtschaft wagen“, schloss Oswald Bubel.

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Martin Schlechter
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