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Tarifpolitisches Lexikon
 
  IG Metall verliert den Bezug zur Realität


  30.10.2008 Saarbrücken. Mit großer Sorge beobachtet der Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes die zunehmenden Streikvorbereitungen der IG Metall. Präsident Georg Weisweiler: „Die IG Metall benimmt sich wie ein rasender D-Zug, der nicht wahrnehmen will, dass die Gleise brüchig geworden sind. Statt die Realität zur Kenntnis zu nehmen und ihre Forderung vom Sommer zu überprüfen, geht man nach dem Motto: wir sind vor Monaten auf Tempo 200 programmiert worden und davon gehen wir jetzt nicht mehr ab“.
Der Abwärtstrend, vor allem in der Automobilindustrie, beschleunigt sich ständig weiter und die Verunsicherung wird immer größer. Es ist unverantwortlich, dass man die ohnehin bestbezahlten Metallarbeiter der Welt vor diesem Hintergrund in den stärksten Streik treiben will, den es je gegeben hat.

Die Argumente der IG Metall tragen nicht:

Die IG Metall prangert die Steigerung der Unternehmensgewinne um 220 Prozent an. Tatsache ist: Die Gewinne sind im Durchschnitt von 2 auf 4 Prozent gestiegen. Die Unternehmen haben das genutzt, um Erweiterungen zu finanzieren, ihre Eigenkapitalbasis zu verbessern und vor allem um Mitarbeiter einzustellen. Deutschlandweit haben die Metall- und Elektrobetriebe seit April 2006 mehr als eine Viertelmillion Mitarbeiter zusätzlich fest eingestellt.

Die IG Metall kramt ihre „Kaufkrafttheorie“ wieder hervor.
Tatsache ist: 100 Euro mehr Lohn kosten die Firma u.a. wegen der Sozialbeiträge 120 Euro. Der Beschäftigte erhält aber netto gerade mal 54 Euro. Die gibt er zum großen Teil für ausländische Produkte oder im Urlaub aus und sie landen zum Teil auf dem Sparbuch. Die Erhöhung kostet die Wirtschaft also 120 Euro und nur 29 Euro fließen in den Konsum in Deutschland.

Die IG Metall rechnet ihre Forderung mit einem „Lohnkostenanteil von unter 20%“ klein. Tatsache ist: Das ist die Lohnkostenquote in einem heutigen Fertigungsbetrieb für Großserienprodukte. Aber alle z.B. von einem Autohersteller zugekauften Teile enthalten ihrerseits Lohnkosten. Wir sollten froh sein, wenn sogar noch relativ viele von diesen in Deutschland gefertigt werden. Die Arbeitskosten sind nach wie vor einer der wichtigsten Kostenanteile, sie entscheiden wann ein Arbeitsplatz rentabel und ab wann er unrentabel ist.

Hauptgeschäftsführer Joachim Malter: „In der laufenden Tarifrunde geht es um die Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland und im Saarland. Das schaffen wir nur mit einem fairen, aber maßvollen Tarifabschluss. Statt die stärkste Warnstreikwelle seit je anzudrohen, muss die IG Metall einlenken und von ihrer viel zu hohen Lohnforderung von acht Prozent abrücken!“

Rückfragen bitte an
Martin Schlechter
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. – ME Saar
Tel.: 0681 / 9 54 34-45, Fax: -75, E-Mail: schlechter@mesaar.de
Harthweg 15, 66119 Saarbrücken

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