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Tarifpolitisches Lexikon
 
  Auftakt der Tarifrunde in der Metall- und Elektro-Industrie


  08.02.2006 Verhandlungsführer Fischer: „Wir wollen Arbeitsplätze in Deutschland halten. Mit 5 Prozent mehr Lohn werden sie ins Ausland abwandern. Die M+E-Industrie ist Motor für Innovation und Qualifizierung und braucht weder Aufpasser noch Antreiber.“

Darmstadt / Saarbrücken. „Wir arbeiten in dieser Tarifrunde daran, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Dafür brauchen wir einen Lohnabschluss, der nicht über das hinaus geht, was an Wert hier erwirtschaftet wird. Eine Lohnforderung von 5 Prozent würde auf der Kostenseite so viel Schaden anrichten, wie auf der Verbraucherseite nie gut zu machen wäre. Wir brauchen auch keine überflüssigen Tarifverträge z. B. zu Qualifizierung und Innovation, die nur zusätzlich Geld und Zeit kosten“, so Heinrich A. Fischer, Verhandlungsführer der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie von Hessen, Pfalz, Rheinland-Rheinhessen und Saarland mit 415.000 Beschäftigten.

„Die M+E-Industrie ist der mit Abstand stärkste Innovationsmotor unserer Volkswirtschaft. Sie ist Haupttreiber der Innovationstätigkeit in Deutschland“, so Fischer. Ihr Anteil der internen Forschungs- und Entwicklungs-Aufwendungen an der Wertschöpfung ist fünfmal so groß wie in der Gesamtwirtschaft. 70 Prozent davon zielten auf Produktinnovationen. Das Ergebnis spiegle sich in den Rekordziffern im Außenhandel. Die M+E-Exporte dürften 2005 nur ganz knapp an der Marke von 500 Milliarden Euro vorbei geschrammt sein. Der Vorsprung vor den beiden technologisch angeblich weit vor uns liegenden USA und Japan sei erneut riesengroß gewesen. „Die M+E-Industrie braucht weder einen Aufpasser noch einen Antreiber für Innovationen“, so der Verhandlungsführer von M+E-Mitte.

Die M+E-Unternehmen bräuchten auch keinen Tarifvertrag, um die Bedeutung der Mitarbeiterqualifikation zu erkennen. Denn eigene Einsicht, der Druck des Wettbewerbs und der Zwang zu ständigen Innovationen hätten schon seit langem dazu geführt, dass betriebliche Weiterbildung als Kernanliegen fest in der Praxis der M+E-Unternehmen verankert sei. Die M+E-Industrie investiere 7 Mrd. Euro jährlich in die Aus- und Weiterbildung. Anders als in den meisten anderen Ländern liefere die breite berufliche Erstausbildung bei uns die Basis für die Qualifikation der Mitarbeiter und sei einer der anerkannten und geschätzten Standortfaktoren. Was hier im dualen System der Berufsausbildung erreicht werde, müsse in vielen anderen Staaten durch Weiterbildung vermittelt werden.

Als nächsten Verhandlungstermin für M+E-Mitte vereinbarten die Tarifparteien den 10. März 2006 . Ort und Zeit werden noch festgelegt.


Rückfragen bitte an
Martin Schlechter
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. – ME Saar
Harthweg 15, 66119 Saarbrücken
Tel.: 0681 / 9 54 34-45, Fax: -75, Mobil: 0172 / 6 85 96 37
E-Mail: schlechter@mesaar.de



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