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Tarifpolitisches Lexikon
 
  Gesamtmetall zum heutigen Beschluss der IG Metall:
  Kräftig draufsatteln vertreibt Arbeitsplätze!

23.01.2006 Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall zur Forderung der IG Metall

Ein Abschluss in der Höhe der heute von der IG Metall beschlossenen Tarifforderung für 2006 würde die Betriebe der Metall- und Elektro-Industrie in ihrer Wettbewerbsfähigkeit hart treffen, erklärte der Arbeitgeberverband Gesamtmetall am Nachmittag in Berlin. Die deutsche Metall- und Elektro-Industrie habe schon heute die höchsten Arbeitskosten unter allen Wettbewerbern. Auf diese noch einmal kräftig draufzusatteln, werde weitere Arbeitsplätze aus dem Land treiben.

Gesamtmetall verwies darauf, dass Lohnkosten einen der wichtigsten Faktoren bei der Standortentscheidung darstellen. In der Metall- und Elektro-Industrie betragen diese in Teilbereichen bis zu 60 Prozent der gesamten Produktionskosten. Eine Argumentation auf Basis der Lohnquote sei eine bewusste Irreführung. Hinzugerechnet werden müssten die auch Sozialkosten und die in den Zulieferungen enthaltenen Arbeitskosten. Die verstärkte Auslagerung von Fertigung führe dazu, dass die Statistik den Anteil der Arbeitskosten nicht im richtigen Verhältnis zur erzielten Wertschöpfung zähle.

Die Forderung gäbe zudem keine Antwort auf die Tatsache, dass 30 von 80 Sparten der M+E-Industrie strukturelle Schwierigkeiten zu bewältigen haben. In den Problembereichen seien innerhalb von fünf Jahren 150.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Deshalb würden die Arbeitgeber die Sicherung der Arbeitsplätze in den Mittelpunkt der Tarifverhandlungen stellen. Eine nachhaltige Tarifpolitik müsse auch in Zeiten konjunktureller Erholung über den Tellerrand hinausgehen. Man müsse daran denken, wie den über 60.000 jungen Leuten, die in der M+E-Industrie jährlich neu ausgebildet werden, auch in Zukunft gut bezahlte Arbeitsplätze in Deutschland angeboten werden könnten.

Gesamtmetall benannte vier Themenfelder, die in den kommenden Tarifverhandlungen abgearbeitet werden müssen: eine kostenneutrale Tarifentwicklung, mehr betriebliche Gestaltungsoptionen für die Unternehmen im Rahmen des Flächentarifvertrags, die Schaffung tarifpolitischer Anreize für den Aufbau von Arbeitsplätzen und die Förderung von Beschäftigung in den Randbereichen der M+E-Industrie.

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