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  ME Saar: „Erfolgreiches gemeinsames Krisenmanagement fortsetzen“


  2010 wird schwieriger als 2009

19.01.2010 Die saarländische Metall- und Elektroindustrie begrüßt die Sondierungsgespräche zwischen Gesamtmetall und IG Metall. „Das bisher erfolgreiche gemeinsame Krisenmanagement muss fortgesetzt werden. Unsere Branche steht in diesem Jahr vor noch größeren Herausforderungen als 2009. Wir sind noch immer in einem tiefen Tal. Der Auftragseingang der deutschen Metall- und Elektroindustrie muss um 35 Prozent wachsen, die Produktion um 30 Prozent, um das Niveau vor der Krise zu erreichen. Dennoch haben die Unternehmen alles getan, um ihre Mitarbeiter weiterzubeschäftigen“, so Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar).

Die Unternehmen müssten sich in den kommenden Monaten darüber im Klaren werden, ob sie innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre wieder auf das Niveau vor der Krise zurück finden.
Wer gute Chancen dafür sieht, wird die Beschäftigung sicher weiter halten. Die dann sinnvolle Fortführung der gesetzlichen Kurzarbeit würde wesentlich erleichtert, wenn deren Kosten weiter gesenkt würden. Malter fordert dabei vor allem, die so genannten Remanenzkosten zu reduzieren. „Die Arbeitgeber müssen für die ausgefallene Arbeitszeit rund 25 Prozent der Kosten tragen. Die Remanenzkosten der Kurzarbeit in der saarländischen Industrie belaufen sich auf über 100 Millionen Euro pro Jahr“, sagte Malter. Insbesondere müsse man die tariflichen Remanenzkosten wie Sonderzahlungen und Urlaubsgeld anpacken, wenn man dauerhaft Beschäftigungssicherung mit der Kurzarbeit erreichen wolle.

Neben der Kurzarbeit benötigen wir auch tarifliche Instrumente, eben das „Kleine Kurzarbeitergeld“. Dieses müsse alternativ als zusätzliche und gleichrangige Option neben die normale Kurzarbeit und den bestehenden Tarifvertrag Beschäftigungssicherung treten. Malter: „Da liegen wir mit der IG Metall auf einer Linie“.

Allerdings müsse ehrlicherweise gesagt werden, dass es auch Betriebe geben wird, die eine Rückkehr aus dem Tal nicht oder nicht in angemessener Zeit schaffen werden. So positiv wir zu den Instrumenten der Beschäftigungssicherung stehen, so klar sagen wir auch: Kurzarbeit reduziert das Eigenkapital der Unternehmen und schädigt die Produktivität enorm. Sie darf nicht dazu dienen, strukturelle Anpassungen zu verhindern, bis die Firma dann am Ende vor dem Aus steht. Wer also zu dem Schluss kommt, dass die Rückkehr zu den Umsätzen vor der Krise unwahrscheinlich ist oder zwei oder mehr Jahre dauern wird, muss auch sein Personal anpassen. Dies dann besser früher als zu spät.

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